
Der August-Vollmond ist wie dieser eine Freund, der immer übertreibt. Er kommt nicht einfach – er platzt herein, wirft alle Pläne über den Haufen und sorgt dafür, dass nichts mehr so läuft wie geplant. Und weißt du was? Manchmal brauchen wir genau das.
Ich schreibe das hier um drei Uhr morgens, weil ich seit zwei Stunden hellwach bin und mein Kopf voller Ideen ist, die alle gleichzeitig umgesetzt werden wollen. Classic Vollmond-Verhalten. Morgen werde ich mich wahrscheinlich fragen, warum ich mitten in der Nacht einen Text über Mondphasen verfasst habe, aber jetzt gerade fühlt es sich richtig an.
Der Augustmond ist der Rebell unter den Vollmonden
Während andere Vollmonde sich höflich anmelden und sanft ihre Wirkung entfalten, kommt der August-Vollmond wie ein Sommergewitter. Plötzlich, intensiv und mit genug elektrischer Spannung, um ganze Stadtteile zum Leben zu erwecken.
Das liegt daran, dass er meist im Wassermann oder Löwen steht – zwei Zeichen, die für Subtilität so bekannt sind wie Elefanten für Ballett. Der eine will revolutionieren, der andere Drama. Beide wollen auf keinen Fall, dass du dich langweilst.
Ich kenne Leute, die sich während des August-Vollmonds die Haare abgeschnitten haben. Nicht beim Friseur, sondern selbst, um zwei Uhr nachts, mit einer Küchenschere. Andere haben spontan gekündigt, Liebesbriefe an Ex-Partner geschrieben oder beschlossen, dass sie jetzt Straßenmusiker werden wollen.
Klingt verrückt? Ist es auch. Aber manchmal braucht es diese verrückten Impulse, um aus festgefahrenen Mustern auszubrechen.
Was dieser Mond mit deinem Schlaf anstellt
Falls du dich fragst, warum du in diesen Nächten entweder gar nicht schlafen kannst oder die wildesten Träume hast – Willkommen im Club. Der August-Vollmond ist ein notorischer Schlafräuber, aber ein kreativer dazu.
Deine Träume werden cinematic. Plötzlich träumst du in High Definition und Surround Sound von Dingen, die du tagsüber nie gedacht hättest. Ex-Partner tauchen auf und halten Vorträge über Quantenphysik. Du fliegst über deine Heimatstadt, die plötzlich wie eine Mischung aus Las Vegas und dem Mittelalter aussieht.
Und dann wachst du auf und denkst: „Was zur Hölle war das denn?“ Aber gleichzeitig fühlst du dich seltsam inspiriert von diesem nächtlichen Kinofilm deines Unterbewusstseins.
Mein Tipp: Leg dir Stift und Papier neben das Bett. Nicht für ein Traumtagebuch (außer du stehst auf sowas), sondern für die Ideen, die dich um vier Uhr morgens überfallen. Die sind oft goldwert, auch wenn sie im Tageslicht erstmal merkwürdig aussehen.
Die Emotionen fahren Achterbahn
August-Vollmond-Emotions sind wie das Wetter im Gebirge: unberechenbar und extrem. Innerhalb von zehn Minuten kannst du von „Ich liebe alle Menschen“ zu „Alle sind schrecklich“ zu „Ich will auswandern“ wechseln.
Das ist normal. Dieser Mond verstärkt alles – deine Freude genauso wie deine Frustration. Er nimmt deine Gefühle und dreht den Verstärker auf elf. Das kann überwältigend sein, aber auch befreiend.
Eine Freundin hat mir mal erzählt, dass sie während des letzten August-Vollmonds stundenlang geweint hat. Nicht aus einem konkreten Grund, sondern einfach so. Als hätte sich monatelang angestauter emotionaler Druck endlich einen Weg nach draußen gesucht. Danach fühlte sie sich, als hätte jemand ihr Inneres mit einem Hochdruckreiniger gesäubert.
Manchmal brauchen wir diese emotionalen Gewitter, um wieder klarzusehen.
Warum Menschen jetzt seltsame Entscheidungen treffen
Der August-Vollmond ist berüchtigt für spontane Lebensentscheidungen. Menschen kündigen Jobs, beenden Beziehungen, ziehen in andere Städte oder fangen plötzlich an zu malen. Das Internet ist voll von Posts wie „Ich habe heute spontan beschlossen…“ – und die meisten davon entstehen während dieser Mondphase.
Das liegt daran, dass dieser Mond wie ein kosmischer Wahrheitsdetektor wirkt. Er deckt auf, was schon lange unter der Oberfläche brodelt. Diese „spontanen“ Entscheidungen sind oft gar nicht so spontan – sie sind der Höhepunkt von etwas, was schon monatelang in uns gewachsen ist.
Der Mond gibt uns nur den letzten Schubs, den Mut oder die Verrücktheit, endlich zu handeln.
Natürlich führt das nicht immer zu den klügsten Entscheidungen. Es ist vielleicht nicht die beste Idee, während des Vollmonds wichtige Verträge zu unterschreiben oder Ultimaten zu stellen. Aber manchmal sind diese „unvernünftigen“ Entscheidungen genau das, was unser Leben braucht.
Die magischen Stunden
Die Nächte um den August-Vollmond herum haben etwas Magisches. Nicht im esoterischen Sinne (obwohl du das gerne so sehen kannst), sondern im Sinne von besonderen Momenten, die sich wie kleine Wunder anfühlen.
Die Luft fühlt sich anders an – elektrischer, lebendiger. Farben wirken intensiver, Gespräche werden tiefer, und plötzlich passieren Zufälle, die sich gar nicht wie Zufälle anfühlen. Du triffst zufällig jemanden, den du schon ewig nicht mehr gesehen hast. Du findest ein Buch, das genau die Antworten enthält, die du gesucht hast. Dein Lieblingslied läuft im Radio, genau als du es brauchst.
Das sind die Momente, die dich daran erinnern, dass das Leben mehr ist als Routine und To-Do-Listen. Diese kleinen Magie-Momente sind das Geschenk des August-Vollmonds an alle, die bereit sind, sie zu bemerken.
Was du während dieser Zeit tun (und lassen) solltest
Mach:
- Folge deinen spontanen Eingebungen (zumindest den harmlosen)
- Führe die Gespräche, die du schon ewig vor dir herschiebst
- Schreib auf, was dir durch den Kopf geht – auch wenn es verrückt klingt
- Verbringe Zeit draußen, besonders nachts
- Lass deine Emotionen zu, auch die unbequemen
Lass lieber:
- Wichtige Entscheidungen, die nicht rückgängig zu machen sind
- Streit mit Menschen, die dir wichtig sind (die Emotionen sind verstärkt, denk dran)
- Dich selbst verurteilen, wenn du dich „anders“ fühlst als sonst
- Zu viel Alkohol (verstärkt die sowieso schon intensiven Gefühle)
- Den Vollmond dafür verantwortlich machen, wenn dein Leben chaotisch ist (er verstärkt nur, was schon da ist)
Die Nachwirkungen
Wenn der Vollmond vorbei ist, fühlt es sich oft an, als würde jemand die Lautstärke des Lebens wieder runterdrehen. Die Intensität lässt nach, die Emotionen beruhigen sich, und du kannst wieder klarer denken.
Das ist der perfekte Zeitpunkt, um zu schauen, was von den verrückten Ideen und Impulsen wirklich wertvoll war. Manche Vollmond-Eingebungen sind tatsächlich Goldstücke, die du in ruhigeren Momenten weiterverfolgen solltest. Andere waren einfach emotionale Entladungen, die du brauchtest, aber nicht ernst nehmen musst.
Ich habe schon viele Menschen erlebt, die ihre besten Projekte während oder kurz nach einem August-Vollmond gestartet haben. Die Ideen kamen in der verrückten Phase, aber die Umsetzung folgte später, wenn der Geist wieder klarer war.
Der August-Vollmond als Reset-Taste
Letztendlich ist dieser wilde Mond wie eine kosmische Reset-Taste für deine Seele. Er wirbelt alles durcheinander, was sich zu festgefahren angefühlt hat. Er bringt verdrängte Emotionen an die Oberfläche, deckt unausgesprochene Wahrheiten auf und gibt dir den Mut für Veränderungen, die längst überfällig sind.
Ja, es kann chaotisch werden. Ja, du fühlst dich vielleicht zeitweise verrückt. Aber nach diesem emotionalen Sturm kommt meist eine Klarheit, die du vorher nicht hattest.
Du weißt dann, wen du wirklich in deinem Leben haben willst und wen nicht. Du weißt, welche Träume es wert sind, verfolgt zu werden. Du weißt, was dir wichtig ist und was nur Lärm war.
Das ist das eigentliche Geschenk des August-Vollmonds: Er zeigt dir, wer du wirklich bist, wenn alle gesellschaftlichen Masken und Erwartungen wegfallen. Und oft ist das eine ziemlich beeindruckende Person.
Also, wenn du dich in den nächsten Tagen etwas verrückt fühlst – welcome to the club. Lass es zu, hab Spaß dabei, und vertrau darauf, dass auf der anderen Seite dieses lunaren Chaos eine neue Version von dir wartet, die authentischer und lebendiger ist als die alte.
Der August-Vollmond macht uns nicht verrückt – er macht uns lebendig. Und manchmal ist das dasselbe, aber das ist völlig okay.



















