
Ein kleiner Griesbrei-Klecks erlebt auf Philips Löffel ein unglaubliches Abenteuer bis zum Rand der Milchstraße und zurück. Süß & lustig!
Philip saß am Küchentisch und stocherte in seinem Griesbrei.
Philip saß am Küchentisch und stocherte in seinem Griesbrei.
Seine Mama hatte ihn mit Zimt und Zucker bestreut, genau wie er es mochte.
Aber Philip war abgelenkt.
Draußen im Garten jagte Nachbars Katze einen Schmetterling, und das war viel spannender als warmer Brei.
Auf seinem Löffel, den er gerade zum Mund führen wollte, saß ein kleiner, perfekter Klecks Griesbrei.
Nicht zu groß, nicht zu klein, mit einem winzigen Pünktchen Zimt obendrauf.
Dieser Klecks, nennen wir ihn einfach Klecks, wusste noch nicht, dass er gleich das Abenteuer seines Lebens beginnen würde.
Philip holte tief Luft, um der Katze etwas zuzurufen, aber stattdessen…
Haaaatschiii!
Ein gewaltiger Nieser erschütterte den kleinen Jungen.
Der Löffel zitterte.
Und Klecks, der Griesbrei-Klecks, wurde mit Karacho durch die Luft katapultiert!
Er machte einen eleganten Bogen über den Tisch, vorbei an der Milchpackung, und landete mit einem leisen „Flup“ unter dem Sofa.
Uff. Dunkel war es hier.
Und staubig.
Kleine Wollmäuse huschten herum.
Eine besonders große, graue Staubmaus mit Knopfaugen kam näher gerollt.
„Na, wen haben wir denn da?“, flüsterte sie mit staubiger Stimme. „Ein neues Flusenkind? Du siehst aber… klebrig aus.“
Klecks konnte nicht antworten, er war ja nur Griesbrei.
Aber er fühlte sich ein bisschen beleidigt. Klebrig? Er war cremig!
Die Staubmaus, Susi mit Namen, stupste ihn vorsichtig an.
„Kannst du rollen? Wir rollen hier gerne um die Wette. Hinter bis zum Stuhlbein und zurück.“
Klecks war dafür viel zu weich.
Er konnte nur ein bisschen wackeln.
Susi seufzte. „Schade. Na, dann ruh dich aus. Aber pass auf, dass die Spinnen dich nicht für ein Bonbon halten.“
Spinnen? Bonbon? Klecks wurde es mulmig.
Er wollte zurück auf Philips Löffel! Da war es sicher und warm.
Plötzlich zog ein kühler Lufthauch durch den Spalt unter dem Sofa.
Die Terrassentür stand einen Spalt offen!
Der Wind erfasste Klecks und trug ihn sanft nach draußen.
Er schwebte!
Wie eine winzige, süße Wolke segelte er über die Grashalme, höher und höher.
Die Katze und der Schmetterling waren nur noch kleine Punkte unter ihm.
Philip am Küchentisch wurde immer kleiner.
Klecks fühlte sich leicht und frei.
Der Wind trug ihn über die Dächer der Stadt, über Wälder und Felder.
Die Sonne ging unter, und der Himmel färbte sich lila und orange.
Und dann wurde es dunkel.
Aber nicht unheimlich dunkel.
Überall funkelten Lichter.
Tausende, Millionen Lichter.
Sterne!
Klecks schwebte immer weiter nach oben, durch die Nacht.
Es wurde kühler, aber seltsamerweise gefror er nicht.
Er landete ganz sanft auf einer großen, hellen Kugel.
Sie war blass und kraterübersät.
Der Mond!
Neben ihm krabbelte ein seltsames Wesen.
Es sah aus wie ein Käfer, aber es schimmerte silbern und hatte winzige Krater auf dem Rückenpanzer.
„Guten Abend“, summte der Mondkäfer, Marvin. „Ein Besucher! Das ist selten. Sind Sie ein Meteoriten-Splitter?“
Klecks wackelte ein bisschen.
„Ah, nein“, sagte Marvin und betrachtete ihn genauer. „Zu weich. Und Sie riechen süßlich. Nach… Zimt?“
Marvin putzte gerade einen kleinen Mondstein mit einem Tuch.
„Möchten Sie vielleicht ein Stück Mondkäse probieren?“, fragte er höflich. „Ist sehr nahrhaft. Schmeckt ein bisschen wie Kreide.“
Klecks dachte an Philips warmen Griesbrei. Kreide klang nicht sehr verlockend.
Er wackelte dankend ab.
Plötzlich zischte etwas an ihnen vorbei.
Ein langer, glitzernder Schweif zog über den Mondhimmel.
„Huhu!“, rief eine helle Stimme. „Wer macht denn hier Picknick?“
Eine Sternschnuppe, fröhlich und blitzschnell, hielt direkt neben Klecks an.
Sie funkelte in allen Farben.
„Ich bin Stella!“, sagte sie. „Und wer bist du, kleiner Klumpen?“
Klecks fühlte sich ein bisschen wie ein Klumpen, aber Stella meinte es nicht böse.
„Er ist von der Erde“, erklärte Marvin. „Riecht nach Zimt.“
„Von der Erde? Wie aufregend!“, rief Stella. „Willst du mitfliegen? Ich bin gerade auf dem Weg zum Rand der Milchstraße! Da gibt es die besten Sternenstaub-Fontänen!“
Zum Rand der Milchstraße? Das klang unglaublich weit weg.
Aber auch… aufregend.
Klecks wackelte zustimmend.
„Super!“, jubelte Stella. „Halt dich fest!“
Klecks wusste nicht genau, wie er sich festhalten sollte, aber er drückte sich so fest er konnte an Stellas glitzernden Körper.
Und ab ging die Post!
Sie rasten durch das All, vorbei an Planeten, die aussahen wie riesige Murmeln.
Sie sahen den Großen Wagen, der aussah wie eine Suppenkelle aus Diamanten.
Sie flogen durch Nebel, die wie Zuckerwatte schimmerten.
Es war atemberaubend schön.
Schließlich wurden die Sterne weniger.
Es wurde ruhiger, stiller.
Sie erreichten einen Ort, an dem das Schwarz des Alls besonders tief war und nur noch feiner, silberner Staub leise rieselte.
„Hier sind wir“, flüsterte Stella. „Der Rand der Milchstraße. Schön, oder?“
Es war schön. Aber auch ein bisschen einsam.
Klecks dachte wieder an Philip.
An den warmen Brei in der Schüssel.
An den Zimt und den Zucker.
Er vermisste seinen Löffel.
Er vermisste sein Zuhause in der Schüssel.
Stella schien seine Gedanken zu spüren.
„Heimweh, Kleiner?“, fragte sie sanft.
Klecks wackelte traurig.
„Kein Problem!“, sagte Stella aufmunternd. „Zurück geht’s noch schneller! Express-Lieferung zur Erde! Festhalten!“
Und wieder sausten sie los, diesmal in die andere Richtung.
Zurück durch die funkelnde Pracht der Sterne, direkt auf den blauen Planeten zu.
Sie wurden langsamer, als sie der Erde näherkamen.
Stella schwebte vorsichtig über Philips Haus.
Das Küchenfenster stand immer noch offen.
„Alles Gute, kleiner Zimt-Klecks!“, rief Stella und gab ihm einen sanften Schubs.
Klecks segelte durch die Luft, durch das offene Fenster, direkt über den Küchentisch…
…und landete mit einem winzigen „Platsch“ mitten in Philips Griesbrei-Schüssel.
Die Schüssel war fast leer.
Philip hatte inzwischen aufgegessen.
Er blickte in seine Schüssel und runzelte die Stirn.
„Hm? Da ist ja noch ein Klecks! Den hab ich wohl übersehen.“
Er lächelte, nahm seinen Löffel, schob ihn vorsichtig unter Klecks und führte ihn zum Mund.
Klecks fühlte sich warm und geborgen.
Endlich wieder daheim.
Als Philip den letzten Löffel Griesbrei aß, schmeckte er plötzlich einen Hauch von Sternenstaub und Mondlicht.
Er schloss die Augen und ihm war, als hätte er gerade das größte Abenteuer der Welt verschluckt.
In dieser Nacht träumte Philip vom Fliegen, von silbernen Käfern und einer Reise bis ans Ende des Universums.
Und irgendwo da draußen zog Sternschnuppe Stella ihre funkelnden Bahnen und dachte lächelnd an den mutigen kleinen Griesbrei-Klecks vom Planeten Erde.